BüGeVO  e.V. = Bürgerinitiative Gesundheitsversorgung vorderer Odenwald
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1. Müssen die Mitglieder der BüGeVO haften, wenn das Projekt „Luise light“ scheitern sollte und Verbindlichkeiten entstehen ?  

Nein. In einem Verein haftet der Vorstand, das heißt, der Erste und der Zweite Vorsitzende. Eine Unterstützung oder auch Trägerschaft von „Luise light“ durch die BüGeVO würde vertraglich und juristisch so gestaltet, daß die Mitglieder keine Forderungen zu befürchten hätten.

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2. Wofür werden die eingenommenen Mitgliedsbeiträge verwendet?

 Für eine Übergangsfinanzierung oder eine nennenswerte finanzielle Beteiligung des bestehenden und zu gründenden Krankenhauses reichen die Mitgliedsbeiträge bei weitem nicht aus. Das Geld wird für die entstehenden Kosten wie Flyer, Bankgebühren, Beratung und Öffentlichkeitsarbeit verwendet. Sollte der Verein irgendwann - aus welchen Gründen auch immer - aufgelöst werden, so wird das Vereinsvermögen - entsprechend Vorstandsbeschluss - der Hospizstiftung Bergstraße e.V. zur Verfügung gestellt, um  die Gemeinnützigkeit und damit steuerliche Absetzbarkeit von Spenden zu gewährleisten. 

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3. Wie hoch sind die Vorstandsbezüge?

Vorstand und Beirat sind rein ehrenamtlich tätig. Sie stellen dem Verein ihr Wissen und ihre Arbeit kostenlos zur Verfügung. Vergütungen, die über den Ersatz von Auslagen hinausgehen, sind nicht vorgesehen.

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4. Warum kann das Projekt „Luise light“ nicht im alten Luisenkrankenhaus verwirklicht werden? So marode ist das Haus doch nicht!  

Das Gebäude wurde Anfang der siebziger Jahre erbaut und hatte in Glanzzeiten etwa 150 Betten. Der Seitenbau war ursprünglich als Schwesternwohnheim konzipiert, aber für diesen Zweck von Anfang an kaum genutzt worden. Es wurden dort Stationen eingerichtet. Heute befindet sich im zweiten Stock das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ), im dritten Stock die Dialyse-Abteilung.

Für das geplante Projekt mit maximal 50 Betten wäre der Gebäudekomplex insgesamt zu groß, müßte aber dauerhaft unterhalten werden, was die laufenden Kosten ständig hochtreiben würde. Wollte man das alte Krankenhaus langfristig weiter nutzen, müßte man es während des laufenden Betriebs grundsanieren, was mindestens ein Jahr – eher länger – dauern dürfte. Die ständigen Lärm- und Schmutzbelastungen sowie der permanenten Notwendigkeit, mit Stationen und Abteilungen umzuziehen, hätten ähnliche negative Auswirkungen wie in Mannheim während des Hygiene-Skandals. Die Verluste wären unkalkulierbar.

Für eine Grundsanierung des alten Gebäudes werden wir keine Geldgeber finden, zumal das Haus auf dem Grundstück des Hessischen Diakonievereins steht und bis zum Jahr 2036 mehr als 50.000 Euro jährlich an Erbpacht an diesen gezahlt werden müssen, was dauerhaft die laufenden Kosten erheblich belasten würde. Die Rechtslage nach Ablauf des Erbpachtvertrages ist unklar. Außerdem bliebe auch nach einer Grundsanierung die Verkehrslage des Hauses (Zufahrt, Parkplätze, Brandschutz, fehlende Außenanlagen) ungünstig. Leider wurden die kontinuierlichen Sanierungsarbeiten an dem Haus vor etwa zehn Jahren durch den Hessischen Diakonieverein eingestellt und die dafür vorgesehenen Mittel, die wesentlich vom Luisenkrankenhaus erwirtschaftet worden waren, auswärtig investiert. Hierdurch entstand ein erheblicher Investitionsrückstau, der heute finanziell leider nicht mehr zu stemmen ist.

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5. Warum soll der Neubau in Winterkasten verwirklicht werden und nicht beispielsweise im Schlierbachtal, das verkehrsmäßig im Kreis Bergstraße zentraler läge?  

In Winterkasten finden wir für das geplante Projekt optimale Bedingungen vor. Die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Hessen hat ihre Unterstützung zugesagt. Das vorgesehene Grundstück, das wohl günstig erworben werden könnte, liegt in unmittelbarer Nähe zur Eleonoren-Klinik. Daher könnten viele Einrichtungen der Klinik mitgenutzt werden (Küche, Caféteria, Physikalische Therapie, Bewegungsbad, Technischer Dienst, Blockheizkraftwerk, gegebenenfalls auch Pförtner und Nachtdienst-Arzt). Dadurch würden die Erstellungskosten deutlich geringer ausfallen, die Betriebskosten wären dauerhaft erheblich niedriger. Durch die Synergie-Effekte würde die Ertragslage – im Vergleich zu allen anderen Standorten – wesentlich verbessert. Nur hierdurch könnte sich eine Akutklinik unter 100 Betten finanziell rechnen.

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6. Warum kann man nicht als „Plan B“ nur das Medzinische Versorgungszentrum (MVZ) übernehmen, damit zumindest die ambulante Versorgung in Lindenfels gesichert ist?  

Ein MVZ, das ausschließlich mit angestellten Mitarbeitern betrieben wird, muß pro Quartal dauerhaft deutlich über 2.000 Patienten behandeln, um kostendeckend arbeiten zu können. Diese Fallzahl ist mit zwei oder drei angestellten Ärzten mit fester Wochenarbeitszeit und Tarifgehalt kaum zu erreichen. Dauerhafte Verluste müßten vom Träger übernommen werden. Nur mit größeren Einheiten, wie im Projekt „Luise light“ geplant, lassen sich Gewinne erzielen – insbesondere durch die Verknüpfung von ambulanten und stationären Einrichtungen. Deswegen ist das Zentral-MVZ in Winterkasten auch kreisüberschreitend geplant. Es soll die Möglichkeit bieten, Hausarztpraxen älterer Ärzte, die keine Nachfolger finden, zu integrieren, um mit angestellten  Ärztinnen und Ärzten in Zweigpraxen vor Ort die wohnortnahe Versorgung sicherzustellen. Abrechnung, Personalverwaltung, Organisation und Finanzmanagement könnten über das Zentral-MVZ in Winterkasten gewährleistet werden. Ebenso wie Urlaubs- oder Krankheitsvertretung. Für jüngere Ärzte und vor allem Ärztinnen wäre es auch deutlich attraktiver, in einem solchen Zentrum zu arbeiten.

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7. Warum brauchen wir ein Facharzt-MVZ?  

Das Facharzt-MVZ ist das Bindeglied zwischen Hausarzt-MVZ und der stationären Versorgung. Die Ärzte und Ärztinnen im Hausarzt-MVZ haben bei problematischen Fällen den direkten Zugang zu fachärztlicher Kompetenz, was die persönliche Verantwortung mindert und Sicherheit gibt. Die Fachärzte können sowohl ambulant als auch stationär tätig sein, benötigen dazu aber eine kassenärztliche Zulassung oder Ermächtigung.

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8. Warum brauchen wir überhaupt eine stationäre Einheit?  

Ohne eine stationäre Behandlungsmöglichkeit wird es nahezu unmöglich werden, qualifizierte Fachärzte in ausreichender Zahl an das Projekt zu binden. Wenn ein Facharzt jeden Patienten, der auch nur ein paar Tage stationär behandelt werden muß, an eine weit entfernte Klinik abgeben muß, obwohl er von der eigenen Fachkompetenz her die weitere Behandlung selbst übernehmen könnte, wird es ihn nicht lange hier halten.

In dem geplanten Konzept könnten wir die komplette Ausbildung zum Facharzt/Fachärztin für Allgemeinmedizin an einem Ort anbieten. Klinische Ausbildung in Innerer Medizin und Chirurgie, Dialyse-Abteilung, Notfallmedizin, Reha-Klinik und vor allem Hausarztmedizin vor Ort mit dem Rückhalt eines kompetenten Fach- und Hausarztteams als Mentoren. Das wäre in Deutschland eine bis jetzt einmalige Kombination. Sozusagen ein "Leuchtturmprojekt"! Und wer den Odenwald dann einmal lieb gewonnen hat, der wird wohl auch gerne hier als Landarzt oder Landärztin weiterhin praktizieren. Zumal man dann auch immer wieder auf die Kompetenz der "Luise" zurückgreifen kann.  

Die übrigen Gründe für die stationäre Einheit sind bekannt (lange Wegstrecken, Topographie,  Notfallversorgung, Bereitschaftsdienstzentrale mit Fahrdienst, Notarztstandort, Überlastung der anderen Kliniken in Infektzeiten!).

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